Steuererfragebogen Kleinunternehmerregelung nutzen

So nun hat es einen Moment länger gedauert bis der dritte Teil der Serie folgt. Eigentlich ist das hier aber der interessanteste Teil, oder besser gesagt, der, der mich am meisten (positiv) überrascht hat. Vielleicht ist euch ja auch schon der Begriff Kleinunternehmerregelung untergekommen, mir war er ehrlich gesagt ganz neu. Kurz und knapp gesagt, dürft ihr so Unternehmerisch tätig werden müsst aber keine Umsatzsteuervoranmeldung machen und dürft im ersten Jahr nicht mehr als 17.500€ Umsatz erzielen. Ihr seid nicht berechtigt Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer auf euren Rechnungen auszuweisen oder diese beim FA geltend zumachen. Müsst keine großartige Buchhaltung führen, sondern einmal im Jahr die Einkommensteuererklärung abgeben in der ihr eine Einnahmen/Überschuss Auflistung macht. Wer es genau wissen möchte kann sich bei Frau Wiki durchlesen, da findet ihr auch noch mal den Paragraphen und alle genauen Angaben. Mich hat beruhigt, dass man keinen großen Aufwand hat, denn ich weiß nicht sicher ob ich Einnahmen habe und wollte jetzt nicht ein riesen Tam-Tam für nichts machen. Die Jahreseinkommensteuererklärung bekommt man hin, vor allem wenn man sich da hilfreicher Software bedient und eine Einamen/Überschussrechnung bekommt man auch hin. Auf dem Fragebogen vom FA könnt ihr das ankreuzen, das ihr die Kleinunternehmerregelung nutzen möchtet, ich würde das empfehlen wenn ihr das auch erstmal als Nebenerwerb machen wollt. Aber auch hier rate ich wieder zum Anruf beim FA. Lieber einmal zu viel dort angerufen und etwas nachgefragt, als hinterher irgendwas falsch ausgefüllt.

Steuererklärung; Zahlen, Tipps und (gratis) Software

Zunächst kann man sich die ganzen Fragebögen zur Steuererklärung ja mal im Netzt bei Elster ansehen, ich habe das auch gemacht, einfach damit man weiß was auf einen zukommt. Ich war überrascht wie übersichtlich diese Seite gestaltet ist und man findet dort sogar Links zu wahlweise kostenpflichter oder kostenloser Software. Vom FA selbst gibt es auch eine Software (gratis) die ist auch übersichtlich, rechnet einem aber nicht vor was man zurück bekommt oder was man nachzahlen muss. Was ich euch auch noch empfehlen kann, einfach weil es so gut ist – WISO dürft ihr ewig lang gratis testen und es bietet euch eigentlich den kompletten Funktionsumfang, lediglich das ausdrucken oder online übermitteln der Dokumente ist erst mit der registrierten Version möglich. Um sich mal einen Überblick zu verschaffen, wie die Formulare aussehen oder auch mal durchzurechnen wie viele Steuern man bei welchem Gewinn zahlen müsste finde ich es perfekt! Achja übrigens solltet ihr wirklich alle Rechnungen, die ihr als Ausgaben geltend macht aufheben 10 Jahre schreibt das FA vor. Einreichen müsst ihr diese nicht, bei der online eingereichten Steuererklärung. Ich Vogel dachte mal wieder man muss die alle einscanne =)

Ausgaben; Höhe und Belege

Ihr dürft max. 410,00 € (ohne Steuer) pro geringwertiges Wirtschaftsgut als Ausgabe angeben und dann gibt es für verschiedene Artikel verschiedene Abschreibungszeiten. Ich erkläre euch das an einem Beispiel: ihr kauft euch im Jahr 2012 einen neuen Computer, der kostet euch weil ihr ordentlich zugelangt habt 1300€, jetzt müsst ihr diesen über eine bestimmte Dauer hinweg als Ausgabe abschreiben. Natürlich sollte euch bewusst sein, dass man da nur Ausgaben geltend machen kann, die für euer Gewerbe/Selbständigkeit auch Sinn machen. Damit habe ich aber selbst noch keine Erfahrung gemacht, das übe ich dieses Jahr und berichte dann nächstes Jahr darüber :)

Die Rechnungen sollten an den Gewerbetreibenden ausgestellt sein, nutz ihr einen Fantasienamen dann gebt diesen sicherheitshalber an wenn ihr Dinge für euer Gewerbe kauft.

Überschuss; was unter dem Strich übrig bleibt

Alles was anschließend von euren Einnahmen übrigleibt ist ein Überschuss, also Gewinn. Dieser muss natürlich auch versteuert werden, das passiert in der Einkommenssteuererklärung in der ihr diesen Gewinn als Einkünfte aus selbständiger Arbeit angeben müsst. Bei mir ist es ja so das ich es neben einer Festanstellung mache, da wird am Ende des Jahres dann geschaut wie viel ich verdient habe und wie viel Steuern ich bereits durch meinen Arbeitgeber bezahlt habe und was ich noch zu zahlen habe. Das heißt also es wird hier zusammen gerechnet, das Gehalt und der Verdienst der selbständigen Tätigkeit. Danach berechnet sich wie viele Steuern ihr zu zahlen habt. Es empfiehlt sich sicherlich dies mal vorab durchzurechnen und ihr solltet wirklich etwas Geld Beiseite legen, wenn ihr Einnahmen erzielt. Denn am Ende des Jahres müsst ihr dann die Steuern bezahlen, denn ihr führt ja nicht monatsweise eine Steuer ab. Nach meinem Wissen darf man 400€ im Jahr Steuerfrei hinzuverdienen, das ist nicht sehr viel.

Wie muss eine Rechnung aussehen, bei Nutzung der Kleinunternehmerregelung

Sonderfall Rechnungsstellung durch Kleinunternehmer   Wer die umsatzsteuerliche Kleinunternehmerreglung anwendet, muss keine Umsatzsteuer ausweisen. Sie wird bei ihm nicht erhoben. Dennoch folgt hieraus nicht, dass die Rechnungsvorschriften keinerlei Rolle mehr spielen würden. Auch Kleinunternehmer sind Unternehmer, das heißt sie müssen die beschriebenen Rechnungspflichtangaben ebenso beachten wie steuerpflichtige Unternehmer. Besonderheit ist jedoch, dass die Angaben zum Steuerausweis entfallen, das heißt Kleinunternehmer müssen in Rechnungen grundsätzlich folgende Angaben aufnehmen:

  • Vollständiger Name und Anschrift des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers
  • Steuernummer (oder Umsatzsteueridentifikationsnummer, wobei diese nur in Ausnahmefällen vorliegen wird)
  • Ausstellungsdatum der Rechnung
  • Fortlaufende Rechnungsnummer
  • Menge und handelsübliche Bezeichnung der gelieferten Gegenstände oder die Art und den Umfang der sonstigen Leistung
  • Zeitpunkt der Lieferung bzw. Leistung
  • Entgelt
  • Im Voraus vereinbarte Minderungen des Entgelts

Die Vereinfachungen für Kleinbetragsrechnungen gelten entsprechend den obigen Ausführungen.

Beachte: Eine Hinweispflicht auf die Anwendung der Kleinunternehmerregelung besteht nicht. Es empfiehlt sich jedoch hierauf hinzuweisen, da andernfalls mit einer Zahlungsverzögerung zu rechnen ist, da der Rechnungsempfänger bei einer Rechnungseingangskontrolle den mangelnden Steuerausweis voraussichtlich beanstanden wird. Dies kann zum Beispiel durch den Zusatz geschehen:

“Kein Steuerausweis aufgrund der Anwendung der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)”

Quelle: http://www.rhein-neckar.ihk24.de/recht/steuerrecht/umsatz/463570/NeuePflichtangabenfuerRechnungen.html#4

Es darf ein Fantasiename mit angegeben werden, genaue Informationen findet ihr in einem guten Dokument der IHK: http://www.rhein-neckar.ihk24.de/recht/gewerberecht/Gewerbe/463018/geschaeftsbezeichnungbrief.html

Das war es hier in diesem Teil der Serie, der nächste Teil wird sich mit einem Online Shop speziell für Kleinunternehmer beschäftigen. Ich hoffe der ein oder andere hat hier etwas interessantes lesen können. Wie bereits im ersten Artikel erwähnt, das hier sind meine persönlichen Erfahrungen/Gedanken ohne jegliche Garantie auf Richtigkeit.



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11 Kommentare

  1. Nadine Strauß

    Hallo Sophie, erstmal danke für die vielen nützlichen Tipps! Hast Du vielleicht einen eben solchen für ein Buchhaltungsprogramm (dass sowohl Rechnungen schreiben, Ausgaben verwalten und Weitergabe an Finanzamt beinhaltet)? Es gibt ja etliche Browserlösungen (billomat, fastbill & co.). Oder bewältigt man das auch easy mit Excel, Word usw.?
    Viele Grüße Nadine

    Antworten
    • pixelSophie

      Liebe Nadine, bitte entschuldige die späte Antwort. Ich nutze JTL WAWI zum Rechnungen schreiben und zur Weitergabe ans Finanzamt WISO (ohne Schnittstelle) die Einnahmen und Ausgaben kann ich dort einfach eingeben. In meinem Fall geht das auch noch gut per Hand. Ich behaupte das man mit Word und Exel allein nicht gut zurecht kommt. Ich würde ohne WAWI (oder ein anderes Warenwirtschafftsprogramm) nicht gut zurecht kommen. Schon allein weil du dort deine Kunden verwalten kannst etc.

      Antworten
  2. Steffen

    “..keine Umsatzsteuervoranmeldung machen und dürft im ersten Jahr nicht mehr als 17.500€ verdienen (Gewinn=Überschuss).”

    17.500 Euro bezieht sich auf den Umsatz – nicht auf den Gewinn!

    Antworten
    • pixelSophie

      Hi Steffen,
      vielen Dank für deinen Hinweis, ich habe es im Text oben verändert.

      Antworten
  3. CouchCat

    Nun ja, das Ganze sind zwei etwas komplexere Themen, die sich nicht einfach so in ein paar Sätzen erklären lassen. Abgesehen davon muss man bei diesem Themenbereich auch immer aufpassen, nicht in das Aufgabengebiet des Steuerberaters zu fallen, denn das ist uns Laien verboten ;-)

    Antworten
    • pixelSophie

      Dank dir für den Hinweis, aber du hast dich doch hier sicherlich auf eine meiner Aussagen bezogen, kannst du das nicht beantworten. Ich wollte dich auch nicht als Steuerberater mißbrauchen. Ich hatte die Frau vom FA aber wirklich so verstanden wie hier geschrieben.

      Antworten
    • CouchCat

      Ich bin kein Steuerberater, ergo kann man mich auch nicht als solchen missbrauchen. Was ich damit meinte ist, dass Du vorsichtig sein sollst, was hier wie geschrieben wird, um nicht mit den Inhalten hier gegen das Steuerberatungsgesetz zu verstoßen.

      Du hast von 410 Euro Wirtschaftsgut gesprochen. Das sind die so genannten GWGs (selbständig nutzbare Wirtschaftsgüter). Die AfA ist dagegen die Abschreibung, die für Anlagegüter(!) vorzunehmen ist. Die Höhe der jährlichen Abschreibung für Anlagegüter ist nicht vorgegeben, sondern nur die Zeit anhand der Tabelle. Die Höhe berechnet sich aus der Abschreibungsmethode, den Anschaffungswert und der Zeit. Oder möchtest Du z.B. einen PKW, der 50.000 Euro kostet mit den von dir beschriebenen maximal 410 Euro pro Jahr über insgesamt ca. 122 Jahre abschreiben? Dabei hätte ich die Vermutung, dass weder Du, noch der PKW die komplette Abschreibung erleben :mrgreen:

      GWGs und AfA sind zwei komplett verschiedene Dinge. Das eine sind geringwertige Wirtschaftsgüter, das andere ist eine Abschreibungsmethode für Anlagegüter, die sich auch noch hinsichtlich ihrer Nutzbarkeit unterscheiden (siehe z.B. auch http://www.rechnungswesen-portal.de/Fachinfo/Anlagevermoegen/Geringwertiges-Wirtschaftsgut-2008.html). Auch GWGs werden abgeschrieben, aber eben nicht über die AfA sondern als Sofortabschreibung.

      Antworten
      • pixelSophie

        Dank dir – nun ist es doch schon wesentlich klarer geworden! Vielen Dank für die vielen guten Ratschläge!

  4. CouchCat

    Mit den GWGs und der AfA bringst Du was komplett durcheinander!

    Antworten

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